Gedanken über echte Stärke…

Gedanken über echte Stärke...

Dieser Text ist aus persönlicher Betroffenheit entstanden.

Er handelt von Leistung, Körperintelligenz und der Frage, was wir Stabilität nennen.

Heute erlebte ich einen Moment, der mich nicht mehr loslässt.

Eine Freundin von mir ist extrem leistungsfähig.

Sie arbeitet in einem männerdominierten Umfeld.

Trägt viel Verantwortung.

Ihr Terminkalender ist immer voll.

Sie bewegt sich in einem Umfeld, das Geschwindigkeit liebt und Pausen eher misstrauisch beäugt.

Über Weihnachten war sie drei Wochen zur Erholung in der Sonne.

Kurz vor ihrer Rückkehr: ein Netzhautriss.

Vom Flughafen fuhr sie direkt in die Augenklinik.

Das Auge wurde gelasert.

„Zum Glück alles wieder zu.“

Was mich beschäftigt hat, war nicht die Diagnose.

Sondern die Gleichzeitigkeit der Botschaft in ihren Nachrichten:
👉 „Ich bin total stabil“
👉 und ein Körper, der sehr deutlich „Stopp!“ sagt.

Ich merke immer häufiger, wie sehr wir gelernt haben, Warnsignale zu relativieren.

Weiterzufliegen. Weiterzumachen. Zu funktionieren.

Dabei zieht der Körper keine Notbremse aus Willkür.

Er meldet sich, wenn der innere Druck zu groß wird.

Wenn wir zu lange über unsere eigene Grenze gehen.

Mich hat das an eine Frage erinnert, die wir uns viel zu selten stellen:

Was wäre, wenn Stabilität nicht bedeutet, alles auszuhalten – sondern rechtzeitig langsamer zu werden?

Für mich ist echte Stärke nicht Durchpowern.

Sondern Wahrnehmen und die Signale des Körpers ernst nehmen.

Vielleicht kennst du solche Momente auch.

Die, in denen der Körper früher spricht als der Verstand.

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